Chronik des KSV 1920 Wersau e. V.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts treibt die Wersauer Jugend Kraftsport.
Im Jahre 1902 wurde hier der Athletenclub „Germania“ gegründet. Der Verein ver-fügte über gute Kräfte, die manchen schönen Preis aus allen Teilen Hessens in das kleine Odenwalddorf Wersau brachten. Der 1. Weltkrieg, in dem fast alle aktiven Mit-glieder zum Wehrdienst eingezogen waren, brachte die Auflösung des ersten Sport-vereins der Gemeinde Wersau.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde von einigen Mitgliedern des früheren Athletenclubs „Germania“ und einer sportbegeisterten Jugend, der Kraftsportverein 1920 Wersau gegründet. Durch eifriges Training unter der Leitung des damaligen ersten Vorsitzenden Wilhelm Vetter, der selbst noch aktiv mitwirkte, konnten sich die jungen Sportler bald mit den Nachbarvereinen messen.
Der erste Mannschaftskampf im Ringen fand in Michelstadt gegen den dortigen Kraft-sportverein statt, der vom Kraftsportverein Wersau überlegen gewonnen wurde. Auf dem ersten besuchten Gaufest in Arheilgen und dem Jugendfest in Ober-Ramstadt im Jahre 1920 wurden die ersten Preise errungen.
Im Jahre 1921 wurde das zweite Gaufest in Groß-Umstadt besucht. Ein Mann-schaftskampf im Ringen gegen Nieder-Ramstadt im gleichen Jahr ging nach harten, spannenden Kämpfen verloren. Die Jugendmannschaft des KSV 1920 Wersau trug einen Mannschaftskampf gegen die gleiche des Athletetenvereins Vorwärts Groß-Zimmern aus, der unentschieden endete. Um die Bevölkerung mit dem Kraftsport bekannt zu machen, wurden in den Nachbargemeinden Sportwerbeveranstaltungen durchgeführt.
Die alljährlichen Waldsportfeste des Vereins hatten immer einen guten Besuch. 1922 beteiligte sich Jakob Niebel an einem nationalen Wettkampf in Schweich an der Mosel. Im Ringen der Leichtgewichtklasse kam er bei starker Konkurrenz auf den siebten Platz und den Besitz einer ersten Medaille.
In den Jahren 1924/25 waren Sportler des KSV 1920 auf dem Jubiläumswettstreit in Aschaffenburg, in Pfungstadt, auf dem internationalen Wettstreit in Rimbach, bei den nationalen Wettkämpfen in Wiesbaden, dem nationalen Ringerwettstreit in Darmstadt und dem Kreisfest in Bad Kreuznach erfolgreich vertreten. Auf dem Gaufest in Alt-heim wurde Jakob Niebel Gaumeister im Stemmen.
1926 beteiligten sich Mitglieder des Vereins an dem Gausportfest in Roßdorf, dem Gaufest in Pfungstadt und dem nationalen Wettstreit in Ladenburg am Neckar. Im folgenden Jahr wurde das Gaufest in Groß-Umstadt und das Kreisfest in Bischofs-heim mit guten Erfolgen besucht. Auf dem Gaufest in Nieder-Kainsbach im Jahre 1928 waren zahlreiche Sportler des Vereins erfolgreich.
Das Jahr 1929 war mit eines der erfolgreichsten. Bei den Gaumeisterschaften in Fürth/Odw. wurde Adam Daum im Ringen der Leichtgewichtklasse und Karl Bermond im Ringen der Mittelgewichtsklasse Gaumeister. Neben den schon erwähnten Sportlern gehörten Adam Vetter, Willi Vetter, Leonhard Schinn, Georg Bermond, Jakob Eisenhauer, Karl Altstätter und Philipp Löb zu den erfolgreichsten. Außer den erwähnten Sportfesten nahmen die Ringer- und Stemmermannschaft des KSV 1920 Wersau an den Verbandskämpfen um die Gaumeisterschaft teil. Mehrmals wurde die Stemmermannschaft Gaumeister der A-Klasse. Aber auch die Ringer verbesserten ihr Können.
Im Jahre 1935 wurde die Ringermannschaft Gaumeister der A-Klasse. Der Name Wersau hatte im Kraftsport einen guten Klang.
Ein Freundschaftskampf führte den Verein nach St. Ingbert im Saarland. Die Auto-busfahrt dorthin wird noch allen Teilnehmern in guter Erinnerung sein. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg war die Ringermannschaft der damaligen Gauklasse zugeteilt. Von den Kämpfen gegen Lampertheim wird noch heute gesprochen.
In dem zweiten Weltkrieg, in dem fast alle aktiven Mitglieder des Vereins bei der Wehrmacht waren, ruhte der Sportbetrieb. Unter den vielen Opfern, die der Krieg in unserem Dorf forderte, beklagt der KSV 13 gefallene und 6 vermisste Mitglieder.
Im April 1949 nahm der Verein seinen Sportbetrieb wieder auf. Die beiden Trainer Quick und Huser versuchten mit den bewährten Ringern Adam Daum, Willi Daum und Jakob Eisenhauer wieder eine kampfstarke Mannschaft auf die Beine zu stellen. Die neu aufgestellte Ringermannschaft wurde der A-Klasse zugeteilt und die Ergebnisse der Kämpfe zeigten, dass sich der KSV 1920 Wersau mit den anderen Vereinen messen konnte.
Nachdem der Sportbetrieb im Jahre 1949 wieder aufgenommen wurde, stieg die Mit-gliederzahl bald wieder auf 50. In dieser Nachkriegszeit besserte der KSV 1920 seinen Kontostand durch gut gelungene Theatervorführungen auf.
Im Jahre 1950 übernimmt Leonhard Rothenhäuser den Vorsitz und beginnt sofort mit den Vorbereitungen zum 30-jährigen Jubiläum des KSV 1920 Wersau. Bei diesem Jubiläumsfest werden die Mitglieder des alten Ahtletenvereins „Germania“ als Ehren-mitglieder übernommen.
Im Februar 1951 waren auf der Jahreshauptversammlung 58 Mitglieder anwesend, eine Zahl, die in späteren Jahren, trotz erheblicher Zunahme der Mitglieder, nie mehr erreicht wurde.
Fritz Oldendorf, ein Mitgründer des Vereins, wird 1953 Ehrenvorsitzender.
Das Jahr 1954 war für die Wersauer Ringer sehr erfolgreich. Karl Bermond, Willi Höhner, Werner Kohlbacher, Werner Daum, Willi Daum, Walter Küster, Günter Eichel, Erwin Birk, Fritz Volk, Georg Fußmann, Karl-Heinz Gaubatz, Adam Daum, Jakob Eisenhauer und Wilhelm Bergner errangen bei Meisterschaften in Roßdorf und Ober-Ramstadt Medaillen.
Karl Heckmann, der nahezu allein den Kraftsport in Südhessen wieder aufgebaut hat, wurde Ehrenvorsitzender des KSV 1920 Wersau. Als Schriftführer wurde damals Fritz Kollbacher gewählt, der diesen Posten bis zu seinem Tod innehatte. Bei der-selben Wahl wurde auch Wilhelm Bergner zum Rechner des KSV 1920 Wersau ge-wählt. Diese Position hatte unser allseits beliebter Sportkamerad bis zu seinem Tode im Jahre 1982 inne. Ende Mai 1955 richtete der KSV 1920 Wersau das Kreisfest des Kreises Darmstadt/Odenwald aus. Von den Wersauer Aktiven wurde Adam Daum im Ringen und Leonhard Schwinn im Stemmen erster Sieger. Der leider viel zu früh ver-storbene Karl-Heinz Gaubatz, der in jeder Beziehung für seinen Verein, den KSV 1920 Wersau da war, errang im Jahre 1957 seine ersten sportlichen Erfolge. Sie gipfelten in der Teilnahme an zwei Deutschen Meisterschaften. Auch 1958 richtete der KSV 1920 Wersau wieder das Kreisfest der Schwerathleten aus. Am 09. No-vember 1959 konnte der neue erste Vorsitzende Helmut Göttmann die neue Fahne des Vereins einweihen.
Während dieser Zeit wurde eine sehr gute Schüler- und Jugendmannschaft auf die Beine gestellt, die lange den Stamm der ersten Mannschaft stellte. Diese Schüler und Jugendlichen die in den folgenden Jahren etliche Meisterschaften auf Bezirks- und Landesebene nach Wersau brachten, waren Willi Daum, Helmut Burger, Rudi Wörner, Reinhold Arras, Wilfried Bock, Reinhard Bock, Heinz Klinger, Gottfried Groß, Dieter Mohr, Horst Kaffenberger, Herbert Kirchner, Egon Lohnes, Helmut Eiben, Günter Bock sowie Georg Klinger. 1960 und 1961 wurden somit zu den erfolg-reichsten Jahren in der schon 40-jährigen Geschichte des KSV 1920 Wersau.
In diese Zeit fallen die ersten internationalen Wettkämpfe des KSV 1920 Wersau, nämlich gegen eine schwedische, sowie eine ostzonale Mannschaft, welche beide zu einem Aufschwung des KSV 1920 Wersau beitrugen.
Nach fünf Jahren Tätigkeit als erster Vorsitzender legte Helmut Göttmann sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde der bisherige zweite Vorsitzende Willi Völker.
Im Jahre 1963 wurde die Jugendmannschaft des KSV 1920 Wersau Bezirksmeister und zweiter Landesmeister. 1964 wurde die Jugendmannschaft des KSV 1920 Wersau Gewinner des Held-Pokals, der im Rahmen einer Feierstunde von dem Stifter Fritz Held persönlich der Mannschaft überreicht wurde.
Eine ebenso große Leistung vollbrachte die aktive Mannschaft des KSV 1920 Wersau mit dem Gewinn der Meisterschaft im Jahre 1964. In einem Kampf, der älteren Vorstandsmitgliedern heute noch die Haare zu Berge stehen lässt, konnte im letzten Kampf der KSV Hösbach mit 11:9 geschlagen werden.
Nach Karl-Heinz Gaubatz nahmen dieses Mal zwei Wersauer Jugendringer an Deutschen Meisterschaften teil. Heinz Klinger belegte einen dritten Platz und Reinhard Bock einen fünften Platz. Für die Deutsche Jugendmeisterschaft 1965 hatten sich sogar vier Wersauer Ringer qualifiziert, bei der Reinhard Bock einen dritten Platz belegte.
Im Sommer 1965 fuhr der KSV 1920 Wersau zu Freundschaftskämpfen in das Ruhr-gebiet. Kämpfe gegen Remscheid und Solingen standen auf dem Programm.
Bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren 1965 in Alzenau kam der große Durchbruch von Reinhard Bock. Er wurde als erster Wersauer Deutscher Meister im Ringen.
Einen großen Empfang für die Wersauer Ringer gab es anlässlich eines Freund-schaftskampfes in Straßburg.
Das Kreisfest der Schwerathleten wurde im Jahr 1966 wieder von dem KSV 1920 Wersau ausgerichtet und war ein großer Erfolg.
Der Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Ausrichtung der Deutschen Junioren-meisterschaften in Wersau. Durch die Unterstützung der Gemeinde Wersau, sowie der Mithilfe aller Vereinsmitglieder wurde auch diese Veranstaltung ein voller Erfolg für den Wersauer Verein. Bei diesen Meisterschaften errang unser aktiver Ringer Reinhard Bock seine zweite Deutsche Meisterschaft. Aufgrund dieser Erfolge kam Reinhard Bock, jetzt in Schorndorf ringend, zu seinen beiden ersten Einsätzen in der deutschen Nationalmannschaft.
Sein 50-jähriges Jubiläumsfest feierte der KSV 1920 Wersau im Jahr 1970. Vier Tage lang hat der damalige erste Vorsitzende Herbert Kirchner mit seinen Helfern ein vielfältiges Programm erstellt. Ein Vergleichskampf mit den Juniorenringern aus dem Spessart, sowie kraftsportliche Veranstaltungen trugen zum guten Gelingen bei. Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums konnten noch sechs lebende Gründungsmitglieder mit Ehrenplaketten ausgezeichnet werden. Es waren dies Hermann Becker, Adam Daum, Otto Völker, Fritz Horn, Georg Becker II., Andreas Bock, Fritz Oldendorf und Wilhelm Schnellbächer.
Zu den größten sportlichen Erfolgen der Wersauer Ringer gehören die Meister-schaften in der Hessenliga 1970 sowie ein Jahr später Oberligameister und Auf-steiger in die Regionalliga. Diese Erfolge kamen allerdings in einer Ringergemein-schaft mit dem KSV Seeheim zustande. Doch hatten Erich Nungesser, Wolfgang Sauer, Michael Eller, Georg Bender, Willi Daum, Manfred Reitz und Reinhard Bock als Wersauer maßgeblichen Anteil daran. Während dieser Zeit wurden auch die sportlichen Kontakte zu der holländischen Mannschaft aus Alkmaar geknüpft, mit der man etliche Jahre lang Freundschaftskämpfe austrug.
Nach der Trennung von dem KSV Seeheim musste der KSV 1920 Wersau etliche Jahre des sportlichen Rückschrittes durchmachen. Gleich im Jahre darauf kam der Abstieg in die Landesliga, der noch nicht der letzte war. Der KSV 1920 Wersau musste noch einmal absteigen. Doch hier profilierten sich etliche unserer älteren Ringer. Nur ihrem persönlichen Einsatz war es zu verdanken, dass die Talfahrt nicht weiterging. Es waren dies die Sportkameraden Michael Eller, Georg Bender, Heinz Daum, Heinz Koers, Willi Daum, Georg Butzke und Wolfgang Sauer. Zu ihnen ge-sellten sich die Sportkameraden Harald Guth, Ulrich Kindinger, Otmar Rybak, Jürgen Fornof, Burkhard Speier, Norbert Eisenhauer und Karl Meisinger. Hierbei ist be-sonders unser aktiver Ringer Michael Eller hervorzuheben, der während dieser Zeit keine Mühen gescheut hat, jeden Samstag eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Dieses macht sich nach einigen Jahren auch bezahlt. 1976 wurde der Aufstieg in die Hessenliga geschafft.
In den Jahren 1977 bis 1980 konnte sich der KSV 1920 Wersau durch mehr oder weniger gute Leistungen in dieser Klasse halten. Es konnten, ebenfalls während dieser Zeit, Meisterschaften der Senioren und Jugendlichen auf Bezirksebene abge-halten werden. Trotz einiger Unstimmigkeiten im Verein konnten diese Veranstal-tungen gut über die Runden gebracht werden.
Der Höhepunkt des Sportjahres 1980 war der Besuch einer südkalifornischen Aus-wahl in Wersau. Dieser Besuch ist hauptsächlich auf die Initiative unseres Vereins-mitgliedes Helmut Göttmann zurückzuführen. Neben sportlichen Veranstaltungen kamen auch die persönlichen Anliegen unserer amerikanischen Freunde nicht zu kurz.
1980 war auch das Jahr des Zusammenschlusses des KSV 1920 Wersau mit dem KSV Roßdorf. Auf der Jahreshauptversammlung am 20. Januar 1980 wurde dieses Unterfangen nach langen Diskussionen mit Mehrheit beschlossen. Diese, nicht immer glücklich Fusion, wurde am 21. Januar 1980 rechtskräftig.
Das Jahr 1980 war auch das Jahr der Übergänge. Unser damaliger erste Vor-sitzende Adam Buxmann trat aus gesundheitlichen Gründen zurück und erstmals in unserer Vereinsgeschichte musste unser Verein bis zur nächsten Jahreshauptver-sammlung kommissarisch geführt werden. 1981 konnte dann mit Wolfgang Mendel wieder ein Erster Vorsitzender gefunden werden. Zum 31. Dezember 1982 wurde die zweijährige Partnerschaft mit dem KSV Roßdorf gekündigt.
Nach nur einjähriger Amtszeit legte am 03. Januar 1982 der damalige Erste Vor-sitzende Wolfgang Mendel sein Amt nieder. Der KSV 1920 Wersau wurde auch dieses Mal wieder fündig und wählte den Sportkameraden Heinrich Koers zum Ersten Vorsitzenden, welcher sein Amt bis zum heutigen Tag ausübt. Der KSV 1920 Wersau war auch gezwungen sich ein neues Vereinslokal zu suchen. Unser langjähriger Aktiver Willi Daum ging in den verdienten Ruhestand. Neuer Vereinswirt wurde der Gickelswirt Helmut Göttmann.
Im März 1982 wurden auch die Weichen gestellt zu unserem freiwilligen Abstieg in die tiefste Klasse, nämlich in die Bezirksliga. Leicht gemacht wurde der Entschluss durch die Entscheidung zweier Leistungsträger der Mannschaft, sich anderen Ver-einen anzuschließen. So wie es bei unserer aktiven Mannschaft stagnierte, so ging es dank der Trainer Michael Eller, Gottfried Kacafirek und Armin Graser bei unseren Schülern und Jugendlichen kontinuierlich aufwärts. Seit sich diese drei sportbe-geisterten Aktiven um den Nachwuchs des KSV 1920 Wersau kümmerten, konnten wieder Erfolge erzielt werden, die vor ein paar Jahren so noch unmöglich gehalten wurden. Nach einjähriger Zugehörigkeit der Bezirksliga konnte mit einem zweiten Platz auf Anhieb wieder der Aufstieg geschafft werden. Mit der tatkräftigen Unter-stützung von Willi Bischoff konnte im Juni 1983 zum ersten Mal eine Jugendfreizeit durchgeführt werden. Nach einem wenig erfolgreichen Jahr 1983 konnte der KSV 1920 Wersau die Meisterschaften der Junioren und Jugend im Januar 1984 auf Bezirksebene durchführen. Das größte Geschenk zum seinem 65-jährigen Vereins-bestehen machte sich der KSV 1920 Wersau selbst, nämlich die Erringung des Meistertitels in der Verbandsliga 1984.
Mitte der achtziger Jahre konnte der Wersauer Kraftsportverein seit langer Zeit wieder mit einer kompletten Jugendmannschaft antreten. Auch bei den Aktiven wurde zeitweise eine Reservemannschaft gestellt. Im Nachwuchsbereich machten besonders die Mattenflöhe Thomas Wörner, Marian Kacafirek, Gottfried Kacafirek, Stefan Eller, Matthias Pfeifer, Sascha Keisner, Thomas Heuß und auch Christoph Trautmann auf sich aufmerksam. Den erfolgsverwöhnten Spessartlern zollten sie allen Respekt ab und standen ein ums andere Mal auf dem obersten Treppchen bei Landesmeisterschaften und offenen Bundesturnieren.
Schlagzeilen waren unter anderem: „Wersauer Jugendringer dominierten“, „Kacafireks greifen sich Gold“, „Marian Kacafirek wieder Deutscher Vizemeister“ und dann nicht unerwartet: „Wersauer Thomas Wörner greift sich den Titel!“.
Nach sechs Deutschen Vizemeisterschaften in Folge von Marian „Kaca“ Kacafirek war es also Thomas Wörner vorbehalten, auf dem Siegerpodest ganz oben zu stehen - und das gleich bei den ersten Gesamtdeutschen Meisterschaften!
Von den sehr guten Trainingsmethoden von Michael Eller und Heinfred Eichheimer profitieren aber nicht nur die Nachwuchskräfte, auch die Aktiven erlebten einen Leistungsschub. Die erste Mannschaft, gespickt mit ehrgeizigen Nachwuchskräften wie mit Routiniers, schaffte in der Verbandsrunde 1990 für Fachkreise eine kleine Sensation. Mit lediglich einer Niederlage wurde unsere Staffel überlegen Meister der Landesliga. Unvergessen die Euphorie und Stimmung bei Heimkämpfen und die große Zahl mitreisender und anfeuernder Fans zu den Auswärtsvergleichen. Der wohl großartigste Kampf dieser Runde ging beim härtesten Meisterschaftskon-kurrenten dem StuRV Kahl, über die Matte. Unter den Augen der Landestrainer Gerhard Weißenberger und Franz Schmitt lief unsere Staffel zu bestechender Form auf und distanzierte den Verfolger mit einem klaren 23,5 : 14,5 Sieg. Die erfolgreiche Mannschaft war: Marian Kacafirek, Ralf Leonhard, Gottfried Kacafirek jun., Rolf Eller, Gottfried Kacafirek sen., Hugo Schneider, Norbert Volz, Matthias Pfeifer, Georg Eidenmüller und Peter Schuchmann. Reserveringer, die auch zum Erfolg beitrugen waren: Sven Schneider, Stefan Eller, Markus Kaffenberger, Ralf Betz, Jan Hofmann, Norbert Eisenhauer, Roger Flath, Harald Guth, Sascha Keisner, Alexander Kiefel und Christoph Trautmann.
Talent und Siegeswille der „Kaca-Buben“ war natürlich bei höherklassigen Vereinen schon lange erkannt worden und einer Offerte des Bundesligisten Mömbris-Königs-hofen konnten sie nicht widerstehen. Ralf Leonhard zog weg, Hugo Schneider und Rolf Eller standen wegen beruflicher Verpflichtungen kaum noch zur Verfügung und Nachwuchsringer Thomas Bär wechselte ins Badische; welch eine Perspektive für eine gerade aufgestiegene Mannschaft!? Doch mit dem Neuzugang Heinfried Eichheimer, dem frischgekürten Deutschen B-Jugend-Meister Thomas Wörner, Youngster Marco Eller und den schon am Augstieg beteiligten Assen konnte ein sofortiger Abstieg aus der Hessenliga verhindert werden.
Nach dieser 91er Zitterrunde wechselte dann auch Leistungsträger Thomas Wörner und Mitte 1992 sah sich der Vorstand mangels Athleten in den leichten Ge-wichtsklassen gezwungen, den Verein neu zu orientieren: Kampfloser Rückzug aus der Hessenliga und Neubeginn in der Verbandsliga!
Mit einer Achter-Staffel bot man dem haushohen Favoriten, der Zweitligareserve von Waldaschaff, als einziger Konkurrent Paroli und schaffte mit einem zweiten Platz in der Verbandsliga den Mitaufstieg in die Gruppenliga.
Die Gruppenliga 1993 beendete unsere Mannschaft mit einem vorher nicht er-warteten dritten Platz, hatte man doch mit Ach und Krach gerade mal eine Zehner-staffel auf die Beine oder die Matte gestellt. Doch die Routiniers wie Heinfried Eichheimer, Georg Eidenmüller, Norbert Volz, Alexander Kiefel zogen die Youngsters wie Aziz Erol, Marco Eller, Matthias Pfeifer, Stefan Eller, und andere mit.
1994 zeigte deutlich unser „Loch“ im Nachwuchsbereich und dennoch konnte man mit nur neun Mannschaftsringern unter Zehnerstaffeln einen achtbaren Mittelfeldplatz mit positivem Punkteverhältnis belegen. Dennis Goyal, Aziz Erol, Marco Eller, Heinfried Eichheimer, Harald Guth, Jens Hofferberth, Alexander Kiefel, Georg Eidenmüller und Matthias Pfeifer kämpften aufopferungsvoll und bescherten den zahlreichen Wersauer Ringsportfans spannende und begeisterte Duelle auf der Matte.
Auch 1995 wird sportlich noch kein Honigschlecken, doch steht für die nahe Zukunft eine neue Generation talentierter Nachwuchsathleten bereit. Michael Wörner, Marcel Fornoff, Marek und Nikolai Schum, Tobias und Christian Erstfeld, Jens und Thorsten Butzke, Torben Völker und Patrick Höltl sind bereit, in die Fußstapfen ihrer Vorbilder zu treten. Aber auch noch nicht so in Erscheinung getretene Nachwuchsathleten können den Verein in Zukunft noch recht verstärken.
Der ehrgeizige und trainingsfleißige Nachwuchs und Fans, die man sonst nur bei „Siegermannschaften“ findet, das ist unsere Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft.